Es gibt ein neues Schmuckstück in Hamburg! Abseits von Massenware und einheitlicher Mode von der Stange hat sich Andre Gießelmann einen kleinen Traum erfüllt und seinen Online-Shop durch einen eigenen Laden in der Sternschanze ergänzt. Der schöne neue Mojo Store in der Kampstraße mit seiner einladenden rot-weißen Markise ist definitiv einen Besuch wert. Da wir die kleinen Läden lieben und uns zudem auch die Menschen und Geschichten dahinter interessieren, waren wir vor Ort und haben dem frisch gebackenen Ladenbesitzer ein paar Fragen zu seinem Label gestellt.

Wie kamst du darauf, dein eigenes Label zu gründen? Wie fing alles an? 
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Ein Auszug aus der aktuellen Mojo-Kollektion

Ich liebe es, Snowboard zu fahren und war dafür immer gerne mit einer großen Gruppe Jungs in den Bergen unterwegs. Wir wollten einheitlich angezogen sein, damit man erkennt, dass wir ein Team sind. Deswegen habe ich damals eigentlich die ersten Team Mojo-Shirts für uns entworfen. Ein weiterer Beweggrund war, dass ich früher in den Ferien als Animateur und Snowboardlehrer gejobbt habe. Ich hatte dabei häufig meine eigenen T-Shirts an und meine Schüler waren total begeistert. Da viele wissen wollten, ob und wie sie auch eins bekommen könnten, habe ich ihnen oftmals eins zugeschickt. Mich hat es gefreut, dass die T-Shirts so gut ankamen und Mojo gewann so an Bekanntheit.

Wie lange gibt es Mojo schon? 
Mojo Store

Andre in seinem Laden in der Kampstraße

Gegründet habe ich Mojo Snowboarding 2007. Vorher habe ich Medienwissenschaften in Braunschweig studiert und wollte Sportjournalist werden. Nach diversen Jobs, unter anderem bei Sport 1 in München, entschied ich in der Textilbranche mit meinem eigenen Label Fuß fassen zu wollen. Zudem brauchte ich dringend einen Nebenjob während meines Studiums. Erst versuchte ich mich als Kellner, aber das war irgendwie überhaupt nichts für mich. Ich habe schon lange vor Mojo immer T-Shirts für meine Freunde selber gemacht und als mir dann einer meiner Studienkollegen anbot, einen Online-Shop für mich zu bauen, war der Grundstein im Prinzip gelegt.

Woher kommt der Name „Mojo“? 

Mojo StoreEhrlich gesagt verbinde ich mit der Entstehung des Namens kein wirklich positives Ereignis. Ich war mit einem Freund snowboarden und hatte meine Snowboardboots vergessen. Der Verleih hatte auch keine Schuhe mehr in meiner Größe, bot mir aber an ein Paar kostenlos mitzunehmen, das schon so alt und unbrauchbar war, dass sie es eigentlich nicht mehr verleihen wollten. Ich nahm das Angebot dankend an, hatte aber schon nach kürzester Zeit total zerschundene Füße. Als mein Kumpel filmte, wie ich mich über den Zustand der Schuhe ärgerte, rutschte er aus und zerstörte dabei auch noch seine Kamera. Die Schuhe waren von „Mojo“, einem kleinen Label aus Österreich und sind seitdem Namensgeber meines eigenen Labels.

Was ist das Besondere an deinem Label? Was zeichnet „Mojo“ aus? 
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Die Mojo T-Shirts werden per Hand bemalt

Die Kollektionen sind fast alle ausschließlich in limitierten Editionen erhältlich und viele Stücke sind ein Unikat. Ich bemale sie von Hand in meinem kleinen Atelier in meinem Shop und somit gleicht keins exakt dem anderen. Meine Produkte werden zudem in Portugal unter fairen Bedingungen hergestellt und ich fahre oft hin um mich persönlich davon zu überzeugen – das ist heutzutage nicht selbstverständlich. Mojo ist für mich auch deswegen so besonders, weil es einen großen Traum von mir verwirklicht: Um mein Label hat sich mittlerweile eine ganze Crew aus Freunden etabliert. Als mir anfangs noch nicht die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung standen, haben mir alle geholfen, wo sie konnten. Alle Mitbegründer von Mojo, wie zum Beispiel die Fotografen, Filmemacher und Grafiker stammen aus meinem Freundeskreis und sind wie eine zweite Familie für mich. So macht es mir auch immer besonders viel Freude, neue Kollektionen zu entwerfen oder neue Videos zu drehen. Man ist eigentlich immer unter Freunden und jeder trägt seinen Teil dazu bei, das Label voranzubringen. Im Gegenzug unterstütze ich sie, indem ich befreundete Musiker und Snowboarder oder meine Freunde auf ihren Reisen mit Klamotten ausstatte.

Warum hast du neben deinem Online Shop noch einen eigenen Laden eröffnet? 
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Seit dem 4. Juli 2015 hat der Store geöffnet

Ich lebe seit sechs Jahren in Hamburg und wollte meinen ersten Store unbedingt auch hier eröffnen. Einerseits, weil ich hier alle um mich habe, die mir bei meiner Arbeit zur Seite stehen und andererseits, weil Mojo meiner Meinung nach gut zum Hamburger Stil passt. Ich habe Mojo lange Zeit ausschließlich über meinen Online Shop vertrieben und wollte mein Label auch ungern in anderen Läden verkaufen. Als dieser wunderschöne, facettenreiche Laden in der Schanze frei wurde, habe ich mich spontan in die Idee verliebt, dort einzuziehen. Somit stand der Entschluss fest.

 

Danke, Andre!  

 

Wer ein Fable für coole, individuelle Mode hat, der kommt nicht am Mojo Store in der Kampstraße 11 im Schanzenviertel vorbei. Geöffnet: Di-Sa 12-19 Uhr. Hin da!