Vor zwei Jahren hat die Wahlhamburgerin Vanessa Janneck ihren permanenten Pop-Up-Store ‘B-Lage’ in der Schanze eröffnet. Wir waren zur Eröffnung vor Ort und haben die damals frisch gebackene Ladenbesitzerin zu ihren Plänen befragt. Heute trafen wir die 30-jährige wieder und sprachen mit ihr darüber, was genau aus diesen Plänen geworden ist, was sie in den letzten 2 Jahren gelernt hat und was sie sich für die Zukunft der B-Lage wünscht.

 

Was hat sich in den letzten 2 Jahren verändert? Für dich persönlich und für den Store?

Tatsächlich bin ich heute sehr happy über die Entwicklung. Allerdings hat es fast 2 Jahre gedauert, bis das Konzept verstanden wurde. Zum einen, weil ich auch mich und meinen eigenen Stil jetzt selbst gefunden habe – und zum anderen, weil das Konzept des „permanenten Pop Up“-Stores schwer zu greifen ist: Heute ist klar, dass wir nicht nur vorübergehend sondern fest hier sind und zudem noch eine Pop-Up-Fläche haben. Heute nennen wir uns Collective Design Store mit Pop Up Fläche“.

Besonders freue ich mich heute auch über meine zwei neuen Kolleginnen, die mir unter die Arme greifen. Ich bin heute viel weniger verbissen und habe aus anfänglichen Fehlern, die man unweigerlich macht, gelernt.

 

 

Die B-Lage steht auch für gute Veranstaltungen. Hattest du ein Lieblings Event?

Dieses Jahr war es unser Sommerfest mit Nandi aus Berlin und die vielen tollen JAN‘ N JUNE-Events. Ansonsten die Kooperationen mit Thekla und Pola von der ‘Kleiderei’. Die Kleiderei ist mittlerweile fast eine kleine Familie – unsere Kooperation lief fast 3 Monate. Seitdem veranstalten wir immer wieder gerne gemeinsame Events, zum Beispiel Flohmärkte und den Fashion Revolution Day hier in der B-Lage. Wir planen fast alles, was an größeren Events ansteht, irgendwie gemeinsam. Es passt einfach, weil wir alle das Thema Fair Fashion vertreten – und weil wir uns darin gegenseitig unterstützen.

 

 

Was erlebst du hier – alltägliches wie besonderes – in deinem Store?

Zuerst kann ich sagen, das vor allem immer sehr, sehr viel passiert! Aber das macht so auch absolut Sinn, weil das B-Lage-Netzwerk langfristig nur so wachsen kann. Ich merke jetzt, dass immer mehr neue Leute auf unsere Events kommen, die auf den unterschiedlichsten Wegen von uns gehört haben. Am allerbesten sind aber wohl die Fragen zum Konzept: Es ist spannend, dass es so lange gedauert hat herauszufinden, wie ich das Konzept am besten sowohl den Labels in meinem Store als auch meinen Kunden näher bringe. Im letzten Jahr sind auch noch weitere Pop-Up-Locations dazugekommen, so dass das Konzept allgemein leichter verstanden wird. Ich bin gerne hier und freue mich auf die nächsten 2 Jahre. Besonders toll war natürlich in diesem Jahr, dass wir unsere erste eigene Kollektion herausgebracht haben, die sehr gut angenommen wird: Unsere Franzbrötchen-Shirts.

 

Welche Erfahrungen würdest jemandem mitgeben, der den Traum vom eigenen Laden hat?

Ich habe viele Freunde und Familienmitglieder, die sagen: „Ich hätte auch gerne einen eigenen Laden.“ Das würde ich natürlich sofort unterstützen, allerdings ist das auch einfach mit sehr viel Arbeit verbunden. Es hängt ein viel längerer Rattenschwanz dran, als man das von außen erkennen könnte – und dessen sollte man sich einfach bewusst sein. Dann ist es ein sehr schöner Beruf.

Die Besonderheit der B-Lage ist ja außerdem, dass wir kein gewöhnlicher Einzelhandel sind. Wir organisieren zudem unsere Events, müssen sie vorbereiten und umsetzen. Auch im Einkauf ist das Konzept der B-Lage ziemlich anspruchsvoll: Wir wollen keine Produkte, die es überall schon gibt, sondern recherchieren und suchen immer nach den ganz besonderen Dingen. Es gibt also wirklich alle Hände voll zu tun.

Jeder, der aber plant, sich selbstständig zu machen, sollte es auf jeden Fall ausprobieren. Ich finde nicht, dass man etwas zu verlieren hat – wobei mir dann immer nachgesagt wird, dass ich ja sehr mutig sei. Wenn man aber selbst mittendrin ist und einfach Spaß daran hat, dann ist das gar nicht so ein Thema. Man ist dann viel zu beschäftigt. An meiner Work-Life-Balance arbeite ich noch. Aktuell leiden natürlich die Freizeit, Freunde und Familie darunter, aber dafür ist man sein eigener Chef mit eigenen Projekten –  und das ist einfach das Schöne.

 

 

Wie soll es weiter gehen? Was hast du in nächster Zeit geplant?

Wir haben schon wieder so viele neue Ideen! Gemeinsam mit einer sehr guten Freundin, die jetzt fest bei mir arbeitet, bauen wir grade einen Onlineshop auf – der seit kurzem im Netz ist. Dabei ist uns eine gute Mischung aus unterschiedlichen Produkten und jungen Labels wichtig. Außerdem haben wir eine „B-Lage Tour“ geplant: Unser Konzept soll Pop-Up-mäßig von uns in andere Städte wie Köln oder München gebracht werden, wo wir mit den Locals vor Ort neue Kooperationen starten. Darauf freue ich mich sehr.

Danke, liebe Vanessa. 

 

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Feiert mit der B-Lage – und kommt am Samstag, 07. Oktober zwischen 11 und 21 Uhr vorbei.
Die Aftershow Party findet im Berta Emil Richard Schneider statt.

 

[Bilder: B-Lage / Boris Arnold]